Wasserqualität in Österreich

Wassergüte Jahresbericht bestätigt großteils gute Qualität für Grundwasser, Flüsse und Seen.

© BMNT/Rudolf Philippitsch Garnitzenklamm bei Hermagor, Kärnten

Wien, 13. Mai 2019 – Der aktuelle Wassergüte Jahresbericht des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) gibt detaillierte Einblicke in die Ergebnisse der Gewässerüberwachung in den Jahren 2014 bis 2016. Die Ergebnisse bestätigen, dass die Qualitätsziele mehrheitlich eingehalten werden.

Die Beobachtungsprogramme werden vom BMNT in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern der Landesregierungen und dem Umweltbundesamt umgesetzt.

Grundwasser: österreichweit gut, regional nach wie vor Handlungsbedarf

Die Grundwasserqualität ist österreichweit gut. Bis zu viermal pro Jahr werden Proben aus dem flächendeckenden Messnetz genommen und untersucht. Aktuell liegen Ergebnisse von1.974 Grundwassermessstellen und Analysen von  197 chemischen und physikalisch-chemischen  Parametern vor. Dazu zählen Stickstoffverbindungen wie Nitrat, Metalle wie Arsen und Nickel, leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe und Pestizide. Stellenweise werden in den landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen im Norden, Osten und Südosten Österreichs Schwellenwerte vor allem für Nitrat und Pestizide überschritten. In einigen wenigen Gebieten ist der gute chemische Zustand des Grundwassers nicht erreicht, da hier Überschreitungen gehäuft auftreten. Gefährdet sind in Bezug auf Nitrat ca. 10 Prozent der Messstellen und ca. 6 Prozent hinsichtlich Desethyl-Desisopropylatrazin, einem Abbauprodukt eines Pflanzenschutzmittels. Um die Belastungen zu reduzieren, ist ein sorgsamer Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und Verbindungen wichtig. Maßnahmen zur Reduktion der Einträge sind z. B. über das „Nitrat-Aktionsprogramm“ eingeleitet. Die Wirksamkeit von Verbesserungsmaßnahmen kann zumeist nicht sofort nachgewiesen werden, da das Grundwasser oft sehr lange braucht, um sich zu erneuern.

 

Bei den Fließgewässern wurde die Anzahl der Überblicksmessstellen im Jahr 2016 von 76 auf 100 Überblicksmessstellen erhöht. Damit stehen nicht nur weitere Gewässertypen und Einzugsgebiete unter Beobachtung, sondern es können auch Aussagen zu langfristigen Trends und möglichen Auswirkungen von Klimaveränderungen gemacht werden.

 

Beim Großteil dieser untersuchten Fließgewässermessstellen werden die Richtwerte der allgemein physikalisch-chemischen Parameter (biologischer Sauerstoffbedarf, gelöster organischer Kohlenstoff, Orthophosphat, Nitrat und Chlorid) eingehalten. Überschreitungen werden u.a. bei Orthophosphat (an 11 Prozent der Messstellen) und bei Nitrat (an 3 Prozent der Messstellen) verzeichnet. Die Bewertung der Seen bezüglich des Nährstoffniveaus anhand des Qualitätselementes Phytoplankton ergibt für fast alle Seen einen sehr guten bzw. guten Zustand.

Aktualisierte Hintergrundwerte und Sondermessprogramm

Regelmäßige Untersuchungen des Grundwassers sind für die Bewertung der Grundwasserqualität genauso wichtig wie Hintergrundwerte, die aus Langzeitdaten abgeleitet werden. Für die Aktualisierung der flächendeckenden Hintergrundwerte wurden über 2,5 Mio. Einzeldaten von bis zu 2.571 Grundwassermessstellen aufbereitet und  geprüft. Diese Werte bilden die Grundlage für die Überprüfung bei möglichen Überschreitungen und können als Frühwarnwerte herangezogen werden. Das hat vor allem für eine gesicherte Versorgung der Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser eine große Bedeutung.

 

Synthetisch-organische Stoffe wie beispielsweise per- und polyfluorierte Substanzen (PFAS) werden aufgrund ihrer oberflächenaktiven Eigenschaften in einer Vielzahl von Haushalts- und Konsumgütern angewendet. Sie kommen in Farben, Leder-, Textil- und Geschirrbeschichtungen, (Outdoor-)Kleidung, Schuhen, Teppichen, Verpackungen, Boden- und Autopflegemitteln vor. Ob diese Stoffe auch ins Grundwasser gelangen, wurde e im Rahmen eines Sondermessprogramms an ausgewählten Messstellen untersucht: Das Ergebnis zeigt, dass zwar in etwas mehr als einem Viertel der 65 österreichweit untersuchten Grundwassermessstellen PFAS zu finden waren, dies jedoch auf einem sehr niedrigen Konzentrationsniveau.

Über die Gewässerüberwachung

Flächendeckende Beobachtungen von Grundwasser und Oberflächengewässer sind wichtige Grundlagen für die wasserwirtschaftliche Planung zum Schutz des Wassers in Österreich. Jährlich werden dazu zahlreiche Daten erhoben und ausgewertet. Diese und ergänzendes Kartenmaterial stehen WasserexpertInnen und auch der Öffentlichkeit online, im Wasserinformationssystem Austria (WISA), zur Verfügung.

 

Weiterführende Details und Ergebnisse zur Qualität des Grundwassers, der Flüsse und Seen sind dem aktuellen Bericht zu entnehmen.

 

Weitere Informationen:

Inge Zechmann, Pressesprecherin Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04-5413