Stickstoffoxide
Stickstoffoxide NOx (Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) entstehen überwiegend als unerwünschte Nebenprodukte bei der Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen bei hoher Temperatur. Der mit Abstand größte Verursacher ist der Verkehr. Für den Menschen besonders schädlich ist NO2, da es die Lungenfunktion beeinträchtigt.
Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
Für den Menschen besonders schädlich ist NO2, da es die Lungenfunktion beeinträchtigt, aber auch Langzeiteffekte auf die kardiovaskulare Mortalität hat, das heißt Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen. So wird für Deutschland mit etwa 6.000 vorzeitigen Todesfällen durch die NO2-Belastung gerechnet.
Außerdem sind die Stickstoffoxide mitverantwortlich für die Versauerung und Eutrophierung (Überdüngung) von Böden und Gewässern. In der kalten Jahreszeit entsteht aus gasförmigen Stickoxiden und Ammoniak partikelförmiges Ammoniumnitrat. Dieses trägt zu einer großräumigen Belastung durch Feinstaub (PM10) bei. Im Sommer führen Stickstoffoxide zusammen mit Kohlenwasserstoffen zur Bildung von Ozon.
Emissionstrend 1990-2023
Im Jahr 2023 wurden in Österreich ca. 108.800 Tonnen Stickstoffoxide emittiert und damit um 49,6% weniger als 1990. Seit 2005 konnte eine Emissionsreduktion um rund 56,1% erzielt werden. Gegenüber dem Vorjahr 2023 sind die Emissionen um 5,4% gesunken. Die Emissionen aus dem Straßenverkehr gingen zurück, wobei auch der Kraftstoffabsatz neuerlich gesunken ist. Die NOx-Emissionen der Mineralverarbeitenden Industrie, vor allem der Zement- und Ziegelindustrie, waren wegen der gesunkenen Produktion ebenfalls rückgängig. Die Verbrennungsemissionen aus den Haushalten sind durch den geringeren Einsatz von Öl und Gas in Folge der zunehmenden Umstellung auf klimafreundliche Heizungssysteme, der milderen Witterung sowie der anhaltend hohen Energiepreise gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Reduktionsziel
Seit dem Jahr 2020 gelten neue Emissionsreduktionsverpflichtungen für den Zeitraum von 2020 bis 2029 und ab 2030, die in der EU-Richtlinie über die Reduktion der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe bzw. dem Emissionsgesetz-Luft 2018 geregelt sind. Im Gegensatz zu den bis zum Berichtsjahr 2021 geltenden absoluten Emissionshöchstmengen für die Jahre 2010 bis 2019 sind die NEC-Ziele ab 2020 als Relativwerte festgelegt. Basisjahr für die Berechnungen der Emissionsreduktionsverpflichtungen ist das Jahr 2005.
Für NOx werden die Emissionsreduktionsverpflichtungen von -37% gegenüber 2005 für das Jahr 2023 eingehalten.
Anmerkung
Während für den Zielevergleich der Jahre 2010 bis 2019 die Emissionsmengen ohne Kraftstoffexport galten, werden für den Zielezeitraum ab 2020 die Ge-samtemissionen Österreichs inklusive Kraftstoffexport (berechnet auf Basis der verkauften Treibstoffmenge) herangezogen.
Nähere Informationen sind im Bericht "Austria´s Annual Air Emission Inventory" zu finden.
Belastungssituation
Der Grenzwert des IG-L für NO2 wird nur noch vereinzelt vor allem verkehrsnah in größeren Städten und im Inntal überschritten. Hauptverursacher dieser Überschreitungen ist der Verkehr. Zur Verringerung der Belastung wurde verschiedene Maßnahmen eingeführt, wie beispielsweise ein Nachtfahrverbot für schwere Nutzfahrzeuge, ein sektorales Fahrverbot oder Geschwindigkeitsbeschränkungen, eingeführt. Der aktuelle Richtwert der WHO wird allerdings an einem Gutteil der Messstellen überschritten.
Großflächig überschritten werden aber die kritischen Belastungsgrenzen für den Wald durch Überdüngung, wie Berechnungen des CCE zeigen.
Nach einem Rückgang bis Ende der 90er-Jahre hat die NO2-Belastung an stärker befahrenen Straßen bis zum Jahr 2006 wieder zugenommen. Dies ist auf die Zunahme von Diesel-PKW mit Oxidationskatalysatoren zurückzuführen. Erst in den letzten Jahren nehmen die Werte wieder ab.
Auch die großflächigen Überschreitungen der kritischen Belastungsgrenzen des Waldes durch Überdüngung reduzierte sich in den letzten Jahren kaum.
Hintergrundinformation Luftschadstoff-Inventur
Überschreitung Critical Loads für Stickstoff
Aktuelle Jahresberichte Luftgüte
Weitere Links
Europäische Umweltagentur: Harm to human health from air pollution
Bericht zu Gesundheitswirkung Umweltbundesamt Deutschland
Protocol to Abate Acidification, Eutrophication and Ground-level Ozone
Coordination Centre for Effects
Gesetze
Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L)
Revidierte Luftqualitätsrichtlinie (EU) 2024/2881